Physik
Warum wird nasse Wäsche auch bei Frost auf der Leine trocken?
Weil Eis trotz Minusgraden einen messbaren Dampfdruck hat: Wassermoleküle lösen sich direkt aus dem gefrorenen Zustand und gehen als Dampf in die Luft über, ohne vorher zu schmelzen.
Erst gefriert das Wasser
Bei Frost gefriert das Wasser in der nassen Wäsche zunächst zu Eis. Man würde erwarten, dass die Wäsche jetzt einfach steif und feucht bleibt, bis es wärmer wird.
Sublimation: Trocknen ohne Schmelzen
Eis hat aber trotzdem einen messbaren Dampfdruck. Einzelne Wassermoleküle lösen sich direkt aus dem festen Eis und gehen als Dampf in die Luft über, ohne den Umweg über flüssiges Wasser zu nehmen. Diesen Phasenübergang von fest zu gasförmig nennt man Sublimation. Ist die Umgebungsluft trocken genug, wandert so nach und nach das gesamte Eis aus dem Gewebe in die Atmosphäre.
Was das Trocknen beschleunigt
Trocknen braucht also kein Schmelzen, sondern nur einen Dampfdruck-Unterschied zwischen Eis und Luft. Deshalb trocknet Wäsche bei Frost am schnellsten an einem sonnigen, windigen, trockenen Tag - genau die Bedingungen, die auch bei der Gefriertrocknung von Lebensmitteln genutzt werden.
Häufige Fragen
Muss die Wäsche erst auftauen, damit sie trocknet?
Nein. Das Wasser bleibt als Eis fest und verdunstet trotzdem direkt in die Luft, durch Sublimation.
Bei welchem Wetter trocknet Wäsche im Winter am schnellsten?
Bei Sonne, Wind und trockener Luft, da diese Bedingungen den Dampfdruck-Unterschied zwischen Eis und Luft am größten machen.
Was hat Wäschetrocknen bei Frost mit Gefriertrocknung zu tun?
Beide nutzen denselben Effekt: Sublimation, also den direkten Übergang von Eis zu Wasserdampf ohne den flüssigen Zwischenschritt.