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Chemie

Warum wird Fleisch beim Braten braun?

Ab etwa 140 °C reagieren an der Fleischoberfläche freie Aminosäuren mit reduzierenden Zuckern - die Maillard-Reaktion. Dabei entstehen hunderte Aromastoffe und braune Melanoidine, die für Farbe und Geschmack sorgen.

Was bei der Maillard-Reaktion passiert

Ab etwa 140 °C läuft an der Fleischoberfläche eine Kaskade aus Kondensations- und Umlagerungsreaktionen ab: freie Aminosäuren reagieren mit reduzierenden Zuckern. Benannt ist sie nach Louis-Camille Maillard, der sie 1912 beschrieb. Das Ergebnis sind hunderte flüchtige Aromastoffe sowie braune Makromoleküle, die Melanoidine, die dem Fleisch Farbe und den typischen Röstgeschmack geben.

Warum Feuchtigkeit die Bräunung blockiert

Zu viel Restfeuchtigkeit an der Oberfläche verhindert die Reaktion, weil die Oberflächentemperatur dann unter 100 °C bleibt - Wasser muss erst verdampfen, bevor die Temperatur weiter steigen kann. Das Fleisch dämpft in diesem Fall eher, statt zu bräunen.

Der Mythos vom Saft-Einschließen

Die verbreitete Annahme, Anbraten 'schließe die Säfte ein', ist falsch. Es geht ausschließlich um die beschriebene Hitzechemie an der Oberfläche, nicht um eine Art Versiegelung.

Praktische Anwendung

Fleisch vor dem Braten trockentupfen und die Pfanne erst bei starker Hitze einölen. So steigt die Oberflächentemperatur sofort über 140 °C, und die Maillard-Reaktion startet ohne Verzögerung.

Haeufige Fragen

Ab welcher Temperatur beginnt die Bräunung genau?

Je nach Wasseraktivität liegt der Schwellenwert etwa zwischen 140 und 165 °C.

Schließt Anbraten die Säfte im Fleisch ein?

Nein, das ist ein Mythos. Anbraten bewirkt ausschließlich die Bräunungsreaktion durch Hitze, kein Versiegeln von Säften.

Warum bräunt gekochtes Fleisch nicht?

Beim Kochen bleibt die Oberfläche durch die Feuchtigkeit unter 100 °C, damit wird der für die Maillard-Reaktion nötige Temperaturbereich nicht erreicht.

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Quelle
Maillard-Reaktion (Louis-Camille Maillard, 1912); Standardreferenz: Belitz/Grosch/Schieberle, Lehrbuch der Lebensmittelchemie, 6. Aufl.